LEERE NESTER

Der Has ist tot. Und wer hat Schuld daran? Der Bauer.

Früher waren die Hunde des Hasen Tod, jedenfalls wenn es viele Hunde waren, und man den Lebensweisheiten des Oberförsters Glauben schenkte.

Heute aber formuliert sogar eine konservative Tageszeitung wie die FAZ so cool wie unbeteiligt, dass die Bauern des Hasen Tod seien. Unbeeinflusste Tierbeobachter wissen das seit geraumer Zeit. Sie schütteln den Kopf, wenn sie vom Storch berichten hören, er sei ein würdevoller, eleganter Vogel. Sie wissen es besser: Er ist ein erbarmungsloser Killer von allem, was er vor seinen starken Schnabel kriegt. Das sind nicht nur Frösche, Mäuse und Jungvögel aller Art; das können auch Kaninchen sein und Meerschweinchen, sowie alles, was der Fürsorge eines Tier­schützers entkommt. Störche killen alles. Darin werden sie nur von den Bauern übertroffen. Denn die machen nicht nur allen Kleintieren den Garaus, sondern auch der scheinbar gesunden Natur.

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Ist es der Kunstdünger, mit dem sie die Erde dopen, ist es das Wasser, das sie in ungeheuren Mengen für ihre Monokulturen verbrauchen? Oder sind es erst die Monokulturen, die sie herstellen, bis kein Wald und keine Hecke mehr daran erinnert, wie es früher einmal aussah in unserer Heimat? Was sie der Erde antun, um ihr immer höhere Ernten zu entlocken, Ernten an Mais und Soja, mit dem Schlachtvieh ernährt werden muss, damit die gräßlichen Billigsteaks in den Supermärkten noch billiger werden können. Es ist wie wenn Totengräber ihrer Arbeit nachgehen und nicht merken, dass es ihr eigenen Grab ist, dass sie da schaufeln. Sie verbrauchen jeden Quadratmeter Land, um mehr Ackerland zu schaffen, auf dem Pflanzen und Früchte in Massen nur für den Zweck gezogen werden, noch mehr Billigfleisch in den Massentierhaltungen zu füttern.

Wo deshalb mehr Gülle produziert wird, welche von den Bauern zum Kunstdünger auf die Erde geschüttet wird, wodurch das Grundwasser bald nach Chlor schmecken und bald darauf als Trinkwasser völlig ungeeignet sein wird. Das merken auch die Fische in den Flüssen und in Küstennähe, worauf sie entweder die Flucht ergreifen oder gleich krepieren. Und mit ihnen alle Tiere und Pflanzen, die dummerweise das giftige Gebräu nicht vertragen.

Zur gleichen Zeit demontiert man die Unterkünfte der Hasen, welche Hecken und Büsche brauchen um das Osterfest gebührend zu feiern. Doch ohne feste Adresse erreicht sie die Räumungsklage der Getreideproduzenten nicht, also gelten sie als heimatlose Rumtreiber und werden von den Sicherheitskommandos der Maisproduzenten exekutiert.

So erklären sich die Oster-Demonstrationen der Hasenfreunde, deren Nester an den vergangenen Ostertagen folgerichtig leer geblieben sind und auch am nächsten Osterfest leer bleiben werden.

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