BULLE GEGEN GOCKEL

Man liest es mit Bestürzung: die Amerikaner sind auf dem Weg zur fleischlosen Ernährung! Der Rückgang des Fleischverzehrs in den USA ist geradezu dramatisch. Hochgerechnet werden sie ab Mitte dieses Jahrhunderts eine vegetarische Nation sein.

Na und? Ist damit nicht ein Makel vom Renommee der Cowboys genommen? McDonald’s adé, Barbecue am Ende. Die Fettsucht der Jugendlichen, der Brandgestank beim Nachbarn – vorbei? Eine eigentlich gute Nachricht. Sollte man meinen. Wäre da nicht die andere Seite des Dollars: Schon seit geraumer Zeit essen Amerikaner mehr Hühner- als Rindfleisch.

Also verlagern sie ihre Fleischeslust lediglich von den vierbeinigen Steaks zu den Keulen der Mistkratzer. Letztere sind jedoch mehr zu bedauern. Denn während ein verrücktes Rind schon mal Amok läuft wie ein paranoider GI in Afghanistan und damit seinen Frust mit Hilfe seiner fabelhaften Kampfausrüstung auf eine ihm gemäße Art ausleben kann, ist dies den Hühnern nicht möglich. Die haben weder Horn noch Huf und können nicht hoch genug fliegen, um von oben auf Passanten zu kacken, unter denen sich eventuell auch Veganer befinden.

Deshalb sieht das, was mich beim Lesen zunächst in Hoch­stimmung versetzte, gar nicht so toll aus. Wir tauschen lediglich das US Steak gegen ein Kentucky Chicken ein. Und irgendwann tritt an seine Stelle das süß-saure Huhn aus dem Wok.

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